MacBook Pro 2008-2010 Grafikkarten Reparatur

Die Geräte der MacBook Pro-Serie von Apple aus den Jahren 2008 bis 2010 sind bekannt für ihre Grafikkarten-Probleme. Hier wird oft angeraten den GPU zu tauschen oder mal im Backofen zu backen, das sogenannte reflowing. Aber bei diesen Modellen ist es ein anderes Bauteil, was im Laufe der Zeit nicht mehr die Leistung bietet, die benötigt wird. Und da wären wir schon: bei einem Tantal-Kondensator. Also ein Bauteil, was etwa 2 € kostet sorgt dafür, dass das geliebte MacBook Pro nicht mehr startet.

Wie äußert sich das Problem? Beim 2008er und 2009er Modell startet das Gerät einfach nicht mehr richtig. Beim 2010er Modell allerdings sieht es anders aus. Dieses startet noch und man kann meist damit arbeiten bis er irgendwann abstürzt oder einfach ausgeht. Diese Intervalle werden meist kürzer bis er irgendwann nur noch sehr instabil läuft. Bei beiden ist es ein baugleicher Tantal-Kondensator, der für die Probleme sorgt. Beim 2008er und 2009er 17 Zoll Modell ist es der C7771 und beim 2010er ist es der C9560. Dieser müsste durch einen 330µF-20%-2V Tantal-Kondensator ausgetauscht werden.

Bevor wir loslegen erst mal  der obligatorische Haftungsausschluss:

Ich übernehme keinerlei Haftung für irgendwelche Schäden, die bei der Reparatur elektronischer Geräte, dem Aufbau und Betrieb Elektronischer Schaltungen, an Personen oder Geräten entstehen können.

Und man sollte schon etwas Erfahrung mit dem Lötkolben haben…

Hier habe ich einmal das 2010er Modell unter dem Messer gehabt. Um den Tantal-Kondensator tauschen zu können muss man das Logicboard komplett ausbauen, weil dieser sich auf der anderen Seite befindet. Nach dem Entfernen des Kühlkörpers kommt man besser an den Tantal-Kondensator heran.

Ich entferne den Kondensator lediglich mit einem Lötkolben. Weil der neue Kondensator deutlich größer ist, muss auf der rechten Seite etwas von der obersten Lackschicht abgekratzt werden. Hierfür benutze ich meist die Spitze eines Cuttermessers. Alternativ gibt es mittlerweile auch Tantal-Kondensatoren mit 3 Lötpunkten, also einen weiteren in der Mitte des Bauteils, sodass man auf der Platine nichts freikratzen muss. Allerdings sind diese nicht so leicht an zulöten wie normale Tantal-Kondensatoren.

Und so sieht es aus, wenn der neue Tantal-Kondensator an seinem Platz ist. Nun sollte man noch neue Wärmeleitpaste auftragen, bevor man den Kühlkörper wieder anbringt, aber erst nachdem man die alte sowohl vom CPU/GPU als auch vom Kühlkörper selbst komplett entfernt hat.

 

WD My Book mit anderer Festplatte betreiben

Weil ich noch einige Sata-Festplatten herum liegen hatte, dachte ich mir: Ich besorge mir einfach ein paar billige USB-3 Festplattengehäuse, um diese Festplatten weiterhin nutzen zu können. Auf dem Online-Marktplatz mit den 4 bunten Buchstaben bin ich dann auch fündig geworden und habe mir 2 Western Digital My Books bestellt für 6,95 Euro das Stück. Diese wurden direkt am nächsten Tag schon geliefert und da war das Entsetzen groß: Es wurde keine Platte erkannt, noch nicht einmal original Western Digital Platten. Ich habe dann die Software von WD installiert und da ist mir aufgefallen, dass egal welche Platte ich angeschlossen hatte, die Software mir immer eine 2 TB-Platte angezeigt hat. Das heißt nichts anderes als dass WD es einem nicht leicht macht, eine andere Festplatte in dieses Gehäuse einzubauen. Diese Abfrage wird durch einen kleinen Chip bewerkstelligt. Dieser Chip zeigt das Gerät auch als WD My Book im System an. Wenn wir diesen Chip nun deaktivieren – durch einfaches Trennen der Stromzufuhr – ist es möglich, jede Platte anzuschließen. Zumindest funktionierten bei mir alle Platten, die ich hier herum liegen hatte, von 80 GB bis 2 TB. Größere Festplatten zum Testen habe ich leider keine hier. Jetzt wird das Gehäuse auch nicht mehr als WD My Book erkannt sondern als AS2105.

Bevor wir anfangen erst mal etwas Rechtliches: Ich übernehme keinerlei Haftung für eventuelle Schäden! Weder am Gerät noch am Körper! Und die Gewährleistung vom Hersteller ist nach dieser Aktion auch hinfällig.

Als benötigtes Werkzeug brauchen wir neben einem Schraubendreher noch ein Cuttermesser. Da wir das Gerät ja schon auf haben und voll Entsetzen gemerkt haben, dass keine Platte erkannt wird, kann ich mir die Anleitung zum Auseinander- und Zusammenbauen wohl sparen.

Den Chip, den wir deaktivieren wollen, ist ein Winbond W25X20CL oder Pm25LD020. Dieser hat seine Stromzufuhr auf dem achten Pin. Der erste Pin hat eine Markierung auf dem IC und weitere Pins zählt man dann gegen den Uhrzeigersinn. Sollte Ihre Platine anders aussehen, haben Sie wohl ein anderes Produkt.

Interessanterweise befindet sich dieser Chip auf sämtlichen WD-Gehäusen. Bei den einfachen My Book Element-Gehäusen ist das komplette Deaktivieren des Chips ausreichend. Bei den Exemplaren mit Hardwareverschlüsselung scheint dieses nicht zu funktionieren. Ich kann dies aber wegen fehlender Hardware leider nicht testen.

Und schon geht es los: Wir scheiden mit dem Cuttermesser den achten Pin ab. Das geht recht einfach und auch schnell.

Und schon sind wir fertig und können die Festplatte wieder anschließen.

Mehr Informationen zu dem Chip gibt es hier: https://www.winbond.com/resource-files/w25x20cl_a02.pdf