plastikreduziert einkaufen

Im vergangenen Jahr hatte ich mir vorgenommen, auf unnötige Plastikverpackungen zu verzichten. Das ist gar nicht so einfach! Wir wohnen auf dem platten Land, der nächste Unverpackt-Laden befindet sich in Köln (Luftlinie 70 km) und im Ort gibt es lediglich einen Discounter. 🙁

Mein großes Glück ist es, dass wir im Ort immerhin noch einen Bäcker sowie Metzger haben und: mittwochs ist Wochenmarkt! (Den Wochenmarkt kann ich erst nutzen, seit ich in den Mutterschutz gegangen bin. Auch bei einer späteren Teilzeittätigkeit würde ich in jedem Fall versuchen, den Mittwoch frei zu halten bzw. Homeoffice zu nutzen, um auf dem Markt einkaufen zu können.)

Auf dem Wochenmarkt bekomme ich Obst und Gemüse, Geflügel und Eier, Fisch, Käse und Joghurt sowie ab und zu Wild (der Vollständigkeit zähle ich jetzt auch noch die Blumenfrau und die Zeugen Jehovas auf, die ebenfalls jede Woche auf dem Markt stehen, von mir aber mangels Garten bzw. Interesse aufgesucht werden). Die Produkte sind – sofern möglich – regional.

Obst und Gemüse bekomme ich zu 95% verpackungsfrei – allerdings sollte man seine Gemüsenetze und ggf. alte Papiertüten schon bereit halten, damit sich der enthusiastische Verkäufer nicht schon neue Papiertüten schnappt. Ausnahmen sind größere Margen Kartoffeln und Äpfel, die bereits in Einheiten zu 5 kg bzw. 2 kg in Plastiktüten verpackt sind. Solche Mengen benötige ich in der Regel jedoch nicht. Meist kaufe ich nicht mehr als 1-1,5 kg, was ich in den kommenden Tagen auch verbrauche. Besonders nett finde ich, dass ich bei Suppengemüse problemlos auch halbe oder viertel Sellerieknollen bekomme (wobei ich durchaus ganze Knollen nehme, die ich dann schon gewürfelt einfriere und für die nächste Suppe schon vorbereitet habe. Eingeschweißte Gurken oder Weintrauben in der Plastikverpackung findet man selten – meist aus der Not heraus, wenn der Großhändler nichts Anderes mehr hatte. Die Champignons werden mit Wurzeln verkauft und sind auch nach 3 Tagen im Kühlschrank noch ansehnlich.

Geflügel kann ich je nach Größe in meine mitgebrachten Vorratsdosen füllen lassen. Nur bei ganzen Suppenhühnern und Brathähnchen muss ich passen, da ich keine Dose hierfür habe. Meist kaufe ich jedoch Hähnchenbrustfilet, Hähnchenschenkel oder Putenschnitzel. Eier lasse ich mir in einem alten Eierkarton mitgeben. Lediglich die Eiernudeln, die ich ab und an kaufe, muss ich in der Verpackung nehmen.

Fisch kaufe ich selten. Die Forellen kommen laut Verkäufer aus der Eifel. Auch hier stellt sich bei ganzen Fischen die Frage nach dem Transportbehältnis, Filets können natürlich problemlos in Dosen gefüllt werden .

Käse bekomme ich am Stück (bis auf den Weichkäse kommt dieser sogar ohne Verpackung aus und hat eine verzehrfähige Rinde) ebenfalls in die Vorratsdose und der Joghurt wird in Pfandgläsern verkauft.

Beim Wild bekomme ich nur vakuumierte Stücke bzw. Würstchen, die unverpackte Salami kann ich mir aber in die Vorratsdose packen lassen.

Insgesamt kann ich durch vorausschauendes Planen und gezieltes Kaufen auf dem Markt viel Plastikverpackung vor allem bei Obst und Gemüse sparen.

Beim Bäcker ist es sowieso normal, sich Brot und Brötchen in mitgebrachte Stofftaschen packen zu lassen.

Beim Metzger musste ich etwas hartnäckiger sein, da es dort kein Tablett gibt, auf das man seine Vorratsdosen stellen kann. Aber mit etwas Kreativität und gutem Willen klappt es auch hier, unter Berücksichtigung der Hygienevorschriften, viel Verpackung zu sparen. Bei Hackfleisch und Geschnetzeltem wird in einer Schüssel vom Metzger gewogen und dann in meine Dose umgefüllt, bei vielen anderen Produkten wie Aufschnitt kommt man mit einem Papier zum Wiegen aus. Ich persönlich kann nur jeden ermutigen, es beim örtlichen Metzger oder an der Frischtheke zu versuchen. Selbstverständlich freut sich der Metzger, wenn man mit solchen Maßnahmen öfter Besuch von Kunden bekommt, die sonst vielleicht nicht so oft kommen. Da wir leider ein fleischliebendes Kind haben, sind unsere Besuche beim Metzger leider nicht weniger geworden und statt einmal Fleisch pro Woche sind wir wieder bei mindestens zweimal Fleisch pro Woche angekommen. 🙁

Fazit: Ein Anfang ist getan, aber es ist noch ein weiter Weg zu noch mehr Plastikvermeidung. Leider kann ich nicht immer den Einkauf bestimmter Produkte im örtlichen Discounter vermeiden – und leider kann ich auch nicht immer aussuchen, was ich kaufe, weil mir die Alternative fehlt (oder diese qualitativ nicht zu gebrauchen ist). Mit guter Planung kann ich aber schon überflüssige Einkäufe vermeiden. Wenn es saisonbedingte Angebote gibt, die ich verpackungsfrei kaufen und einfrieren kann, tue ich das auch gerne (z. B. Rhabarber und Spargel am Ende der Saison, die der Gemüsehändler ungern wieder mitnehmen möchte), dann nutze ich das auch. Je mehr plastikverpacktes Obst und Gemüse wir vermeiden, desto eher tut sich auch etwas bei den großen Handelsketten. Und Augen auf: nicht immer ist das in Plastik verpackte Obst und Gemüse auch das günstigste – meist ist es jedoch das bequemste, weil man es mit einem Handgriff in den Einkaufswagen befördert. In jedem Fall sollte man sich überlegen, ob ein paar gesparte Cent es wert sind, die Plastikflut zu gerechtfertigten. Ich spare lieber an Urlaub oder neuen Kleidern als an Lebensmitteln! (Ich möchte jedoch auch niemanden angreifen, der wirklich auf den Cent achten muss! Ich kann hier nur von unserer Einkaufssituation sprechen.)

Fleischverzicht und Kaufrausch

Im Februar und März haben wir bewusst unseren Fleisch- und Fischkonsum reduziert. Einmal pro Woche Fleisch und ein- bis zweimal pro Woche Fisch sollten es nur noch sein. Für meine bessere Hälfte als fleischfressende Pflanze war das schon eine Herausforderung, ich habe es aber geschafft, so abwechlungsreich wie möglich zu kochen. Mit Sattmachern wie Kichererbsen kann man auch ganz gut auf Fleisch verzichten. Ein bisschen geschummelt wurde zwar manchmal auch, indem ich Speckstückchen nicht als Fleischeinlage mitgezählt habe, aber grundsätzlich wollen wir den reduzierten Fleischkonsum fortsetzen. Dafür haben wir auch keine Probleme, einen höheren Preis für gute Fleischqualität zu zahlen…

In Sachen Gebrauchsgüter habe ich mich in den beiden Monaten (mit Ausnahme der Wolle) sehr gut zurückhalten können. Ich habe mir wie folgt angeschafft:

  • eine weitere Rundstricknadel 2,5 100 cm (ja, beide waren parallel im Einsatz)
  • ein zweites CraSy Trio in 2,5 (gegen das Second-Sock-Syndrom, derzeit noch nicht im Einsatz)
  • ein weiteres Stillbustier für die Nacht (bequemer als Still-BHs)
  • 3 Paar etwas dickere Stoffstilleinlagen (die benutze ich derzeit nur, wenn die dünnen gewaschen werden müssen, mit den dünnen komme ich derzeit gut hin)

Und jetzt kommt die vernichtende Kaufbilanz:

Februar:

1600 g Sockenwolle von Buttinette (einfarbig, für noch geheime Projekte, die bereits in der Mache sind), zugegebenermaßen wohl etwas zu großzügig kalkuliert

100 g Sockenwolle von Pro Lana (sehr edel vom Fühlen)

März:

Am ersten März war ich in Hechingen beim Werkverkauf von Opal… Hach!

1550 g (weil ich auch 6-fach, 8-fach und die neue 3-fach-Sockenwolle mitgenommen habe)

Und ich hätte sicher noch vieeeel mehr mitgenommen, wenn ich einen Kleintransporter zur Verfügung gehabt hätte ;-)!

200 g Regia Tutti Frutti Cotton Color (ohne Schurwollanteil, also vegane “Wolle”), mich interessiert das Tragegefühl (Alternative im Sommer?), und der Preis war unschlagbar (200 g habe ich zum Preis von 100 g bekommen, ich muss die Damen vom Flohmarkt mal fragen, woher sie die Wolle bekommen, da habe ich schon öfter zugeschlagen…)

Ich hoffe, in den nächsten Monaten zumindest die 3-fache Sockenwolle testen zu können (auf Wunsch meiner Schwiegermutter, die zwar gerne selbst gestrickte Socken trägt, aber 4-fache Sockenwolle in Schuhen zu dick findet…) sowie die vegane Wolle (eher aus Neugier).

 

 

Gute Vorsätze – Nachhaltigkeit und Minimalismus

Für das neue Jahr habe ich mir einige gute Vorsätze vorgenommen:

  • auszumisten statt unnötig zu horten
  • so wenige Gebrauchsgüter anzuschaffen wie notwendig (siehe unten)
  • Müll zu vermeiden
  • Verbrauchsgüter (täglicher Bedarf an Lebensmitteln, Hygieneartikeln etc.) zu reduzieren bzw. ein Wegwerfen zu vermeiden
  • reparieren statt wegzuwerfen

Im Januar habe ich es geschafft:

  • endlich auf Stoffstilleinlagen umzusteigen (da ich nicht mehr permanent auslaufe, sonst hätte ich extra saugfähige Stoffstilleinlagen benötigt, habe mich aber nicht weiter drum gekümmert)
  • eine Kiste mit Büchern auszumisten, die beim Auspacken erst gar nicht in die Regale eingeräumt wurde. Die Bücher landen im Büchertauschregal unseres Arbeitgebers.
  • ein gerissenes Still-Top zu nähen (reicht für drunter)

Die Verbrauchsgüter, die ich bzw. wir im Januar angschafft haben, habe ich unten aufgelistet (ausgenommen und daher nicht aufgelistet sind Kleidung und Spielzeug für den Butzelmann (weil die Anschaffung sowieso erforderlich ist) und Computer und Co. für meinen Mann (sowohl ich als auch er haben da keinen Überblick und leider hält er nicht viel von meinem Versuch, einen auf minimalistisch zu machen… 🙁 )

  • 3 3/4-Arm Bustiers und 1 Bustier ohne Arme (ich hoffe, ich komme noch dazu, die Notwenigkeit hier darzustellen (an einem Top, welches dazu getragen wird, stricke ich derzeit)
  • 2 Rundstricknadeln (die bereits fleißig in Gebrauch sind, also Arbeitsmaterial)
  • ein Set BH-Verlängerer (anstatt sich neue BHs anzuschaffen)
  • ein Päckchen Stecknadeln (ich habe beim Nähen unseres Vorhangs im Flur festgestellt, dass ich meine alten Stecknadeln in die Tonne hauen sollte (krumm, rostig…)
  • ein Spannbettlaken 140×200 cm für die Gästematratze
  • Esszimmermöbel (ein Aufsatz für eine vorhandene Anrichte sowie eine Vitrine, beides komplettiert unser Esszimmer)
  • eine Salzkristallleuchte (die mit einer 1W-LED-Lampe ein warmes orangenes Licht abgibt und sich viel besser als nachts brennendes Licht eignet als unsere Nachttischbeleuchtung)
  • das Buch “Mosaik-Tücher” stricken von Sylvie Rasch (Arbeitslektüre!)
  • div. Wolle 1100 g (!) (Arbeitsmaterial, außerdem war ich bei Buttinette vor Ort…, ein Teil wird bereits verarbeitet)

Ich erhoffe mir von der Liste eine kritische Reflexion meinerseits, ob etwas notwenig ist oder nicht.